Ausstellung „Götterdämmerung II - Die letzten Monarchen“

vom 23. Juni 2021 bis 16. Januar 2022


Schicksal, Lebensgefühl und Krise


Wir zeigen die Lebenswege der letzten Monarchen vor der Revolution

1918. Kaiserin Elisabeth von Österreich, der bayerische König Ludwig III.,

Kaiser Wilhelm II. und das russische Zarenpaar – sie alle kämpften um

ihren Platz in einer sich rasant verändernden Welt. Am Ende entschieden

Weltkrieg und Revolution über ihr Schicksal.


Regieren, repräsentieren, resignieren?


In acht Abteilungen präsentiert die Landesausstellung edle, aber auch

ungewöhnliche Schaustücke, die von Gegensätzen und Umbrüchen jener

Zeit um 1900 berichten. Die britische Monarchin Queen Victoria etwa

schenkte ihrem Sohn Alfred einen prächtigen goldenen Admiralsstab, der

vielleicht auch als Trostpflaster diente, weil er seine Karriere bei der

britischen Marine zugunsten des Herzoghauses Sachsen-Coburg und

Gotha aufgeben musste. Sozusagen ein Stich ins Herz der Monarchie

wurde 1898 in Genf verübt. Das Opfer war Kaiserin Elisabeth. Eine

unscheinbare Feile war die Tatwaffe, die wir in der Ausstellung zeigen

können. Und auch wenn die Frauen selbstbewusster wurden, so schlug

doch Prinzessin Therese, Tochter des bayerischen Prinzregenten Luitpold,

als Naturwissenschaftlerin und Forscherin einen absolut ungewöhnlichen

Lebensweg ein. Von ihrer zweiten Südamerikareise 1898 brachte sie unter

anderem ein lebendiges Gürteltier mit. Dieses ungewöhnliche Haustier

reist sorgfältig präpariert aus der Zoologischen Staatssammlung zur

Landesausstellung nach Regensburg.


Diese und viele weitere Objekte lassen die Besucherinnen und Besucher

einen Blick in die Lebenswelt des Hochadels um 1900 werfen. Am Ende

des Ersten Weltkriegs war die Monarchie aus der Zeit gefallen. Die

Monarchen verschwinden von der Bildfläche. Noch ein letztes Mal trat die

Monarchie in Bayern beim Begräbnis des letzten Königs Ludwig III. und

seiner Frau aus dem Schatten. Durch eine neuartige Toninstallation

können sich Besucherinnen und Besucher in den symbolstarken Akt

hineinversetzen: Fin de siecle, Ende eines Zeitalters.


Regensburg und die Donau


Die Donau verbindet zwei Monarchien, die in unserer Geschichte eine

große Rolle spielen: Bayern und Österreich-Ungarn. Kaiserin Elisabeth aus

dem Haus der Herzöge in Bayern fährt auf der Donau zur Hochzeit nach

Wien. Später wird ihre Schwester Helene (1835-1890) ins Haus Thurn und

Taxis in Regensburg einheiraten und dort nach dem Tod ihres Mannes

(1867) die Geschäfte erfolgreich führen. Zwei typische Frauenschicksale

für die Zeit. Die Bayerische Landesausstellung wird von 23. Juni 2021 bis

16. Januar 2022 im Museum in Regensburg präsentiert. Zusätzlich gibt es

mit Schloss Thurn und Taxis einen originalen Schauplatz der Zeit zu

besichtigen.